TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

Lauf-Heroldsberg - TSV 2000

Erst pfui, dann hui

Zwei Gesichter zeigten die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg beim 25:24- (10:13) Auswärtssieg bei der HSG Lauf/Heroldsberg. In der ersten Spielhälfte konnte kein Spieler der Tauberstädter sein Potenzial abrufen, nach der Pause steigerten sich die Szücs-Schützlinge aber deutlich und kamen so zu einem einigermaßen glücklichen Erfolg in der Fremde.

Von Beginn an wirkten die Rothenburger eigentümlich schläfrig und gehemmt. Die Abwehr agierte viel zu passiv und fiel auf einfachste Kombinationen der Gastgeber herein und im Angriff wurden klarste Chancen fahrlässig ausgelassen. Die Hausherren aus dem Nürnberger Land gingen dadurch schnell mit 3:1 in Führung (6. Minute), welche sie bis zur 15. Minute auf 8:4 ausbauen konnten. Der Rothenburger Trainer Csaba Szücs nahm daraufhin seine Auszeit, stellte die Abwehrformation um und beorderte den angeschlagenen Ivan Skaramuca, der eigentlich geschont werden sollte, aufs Spielfeld. Skaramuca war gleich mit seiner ersten Aktion erfolgreich und konnte auf 8:5 verkürzen, man merkte ihm aber deutlich an, dass er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Auch in der Folgezeit blieben die Lauf/Heroldsberger ständig mit drei bis vier Toren in Front, die Deckung der Tauberstädter stand nun zwar etwas sicherer, im Angriff scheiterten die Gäste aber zu häufig am guten Max von Borstel im Tor der Hausherren. Auch bei den letzten beiden Großchancen der Rothenburger in Durchgang eins hieß der Sieger jeweils Max von Borstel: Sowohl gegen Ivan Skaramuca, als auch gegen Patrick Wurst parierte der Schlussmann der HSG je einen Siebenmeter-Strafwurf und sicherte damit die 13:10-Halbzeitführung der Gastgeber.

Nach der Pause konnten sich die Tauberstädter dann deutlich steigern, Trainer Szücs musste bei seiner Halbzeitansprache die richtigen Worte gefunden haben. Die HSG konnte zunächst durch ihren besten Torschützen Jens Scheuerer die Führung auf 14:10 ausbauen, man merkte den Gästen aber schon an, dass sie mit erheblich mehr Engagement an die sich stellenden Aufgaben herangingen. Die Deckung hatte nun ihre Bezeichnung auch verdient und auch Torhüter Andreas Amann steigerte sich von Minute zu Minute. Im gleichen Maße, wie sich die Gäste von der Tauber steigerten, ließen die Gastgeber nun insbesondere in der Chancenverwertung nach. Dies führte in der 37. Spielminute zum 16:16-Ausgleich für die Gäste, erzielt von Andreas Kister. Für die Hausherren war im Anschluss erneut Jens Scheuerer zum 17:16 erfolgreich, die Rothenburger Thomas Krauter, Phillip Schemm und erneut Krauter stellten dann aber die erste Zweitore-Führung der Gäste her (19:17, 42.). Diesen Vorsprung bauten die Tauberstädter dann auf drei Tore aus (23:20, Phillip Schemm, 47.), versäumten es dann aber früh den Sack zuzumachen. Plötzlich wurden wieder einige Chancen liegengelassen und die HSG konnte den Rückstand wieder auf ein Tor verkürzen (22:23, Schneider, 53.). Andreas Kister per Siebenmeter und Patrick Wurst erhöhten dann vorentscheidend auf 25:22 für Rothenburg, Lauf/Heroldsberg konnte bis zur Schlussminute auf 24:25 verkürzen, den Ausgleich konnte der Tabellenführer aber verhindern.

„Sicher war der Sieg etwas glücklich, aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte aber auch nicht ganz unverdient. Aufgrund der vielen angeschlagenen Spieler ist es keinesfalls selbstverständlich, so ein Spiel in der zweiten Hälfte noch umzubiegen. Ich bin froh, dass wir den Karren noch mal aus dem Dreck gezogen haben“ zeigte sich der Rothenburger Trainer Csaba Szücs nach dem Spiel einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis. Am kommenden Wochenende kommt es nun zum vorentscheidenden Spitzenspiel gegen den Verfolger TG Heidingsfeld. Mit einem weiteren Sieg über die Würzburger Vorstädter würden die Tauberstädter einen großen Schritt in Richtung Bayernligaaufstieg machen.

Rothenburg: Amann, Hörner (Tor); Schemm (3), Wurst (3/1), Kulas, Kister (7/1), Gluhak, Ehrlinger, Wittmann (1), Skaramuca (5/1), Striffler, Jasarevic (2), Krauter (4)

Lauf/Heroldsberg:Peschko, von Borstel (Tor); Schöffel, Funke (3), Maußner, Schneider (2), Artz, Laugner (4), Kemper (1), Zahn (1), Scheuerer (9/7), Ehler (4)

Spielverlauf: 1:0, 3:1, 6:3, 8:4, 10:7, 12:10, 13:10 (HZ); 14:10, 16:13, 16:16, 17:19, 20:23, 22:25, 24:25

Siebenmeter: Rothenburg 6 (Kister trifft 1, Wurst und Skaramuca treffen und verwerfen je 1, Jasarevic verwirft 1) Lauf/Heroldsberg 7 (Scheuerer trifft alle)

Zeitstrafen: Rothenburg 2 (Patrick Wurst beide) Lauf/Heroldsberg 4 (Funke, Schneider, Laugner und Scheuerer je 1)

Schiedsrichter: Sabrina Kleinhenz und Lisa Wenzke (SG Garitz/Nüdlingen)

Zuschauer: 118