TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

Roßtal - TSV 2000

Der Abend der verschmähten Geschenke

Mit 25:24 (11:13) gewannen die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr letztes Auswärtsspiel der Saison beim TV Roßtal. Die verteilten Gastgeschenke, unter anderem sieben Siebenmeter-Strafwürfe konnten die Tauberstädter nicht verwerten, wurden von den Roßtalern dabei sträflich verschmäht. Roßtal ist damit endgültig abgestiegen und der Vorsprung des designierten Meisters von der Tauber auf den Verfolger TG Heidingsfeld beträgt, nach dessen überraschender Niederlage in Ingolstadt, stolze 10 Punkte.

Die Gastgeber aus dem Landkreis Fürth hatten vor der Partie noch eine hauchdünne Chance auf den Klassenerhalt. Bei zwei Siegen aus den letzten beiden Partien und entsprechenden Patzern der Konkurrenz hätte die Mannschaft des scheidenden Trainers Wolfgang Schmidt quasi auf der Zielgeraden den Klassenerhalt noch geschafft. Entsprechend motiviert gingen die „Roschdler“ in die Partie und das Publikum steuerte frenetische Anfeuerung bei. Die Anfangsphase ging zwar an die Gäste, die 5:2-Führung, in der siebten Spielminute von Thomas Krauter erzielt, hatten die Gastgeber zwei Minuten später aber wieder ausgeglichen (5:5, Torschütze Dominik Schmidt). In den folgenden acht Minuten blieben die Tauberstädter dann gänzlich ohne Torerfolg, auch, weil das Siebenmeterdrama seinen Anfang nahm. Nedim Jasarevic und kurz darauf Andreas Kister schafften es nicht, von der Siebenmeterlinie das Spielgerät im Roßtaler Tor unterzubringen. Da aber, wie anfangs bereits erwähnt, die Roßtaler nicht gewillt waren, die großzügigen Gastgeschenke anzunehmen und ihrerseits beste Torchancen ausließen, konnten die Rothenburger trotz fahrlässiger Chancenverwertung auf 11:7 davonziehen. Anstatt nun die Angriffe im Gefühl des deutlichen Vorsprungs konsequent auszuspielen, nahmen sich die Gäste nun, was das Toreschießen betrifft, erneut eine fünfminütige Auszeit und Roßtal konnte zum 11:11 ausgleichen (29.). Bis zum Pausenpfiff war es dann Andreas Kulas, der mit zwei Kraftakten den Pausenstand von 13:11 für Rothenburg herstellte. Die Führung hätte noch um ein Tor höher ausfallen können, aber auch der angeschlagene Ivan Skaramuca schaffte es bei seinem einzigen Aufenthalt auf der Spielfläche nicht, einen Siebenmeter zu verwandeln.

Nach der Pause setzte sich das Spiel in unveränderter Form fort. Die Tauberstädter spielten nicht schlecht, zeigten sich in der Chancenverwertung aber weiterhin viel zu nachlässig und unkonzentriert, die Roßtaler waren stets bemüht, fanden aber zu selten den Weg durch die Gästeabwehr oder scheiterten am wieder einmal bestens aufgelegten Andreas Amann im Rothenburger Heiligtum. Die Führung der Tauberstädter betrug so bis Mitte der zweiten Hälfte ständig zwei bis drei Tore, dann konnten die Gastgeber erstmals wieder auf ein Tor Rückstand verkürzen (19:20, Nepf). Drei Tore von Nedim Jasarevic sorgten dann, bei einem Gegentor durch Lukas Gruber, für die 23:20-Führung der Rothenburger (51.). In der vorletzten Spielminute erzielte dann Phillip Schemm den Treffer zum 24:22, der aber immer noch nicht die Entscheidung brachte. Denn Roßtal stemmte sich in Person ihres besten Torschützen Sebastian Schuh mit Macht gegen die drohende Niederlage. Zwei Treffer des Linkshänders sorgten dafür, dass es 22 Sekunden vor Spielende 24:24 unentschieden stand. Die Rothenburger wollten sich mit dem Punktverlust aber nicht abfinden, führten schnell den Anwurf aus und so kam das Spielgerät 15 Sekunden vor Schluss zu Tim Ehrlinger. Ehrlinger setzte sich am Roßtaler Wurfkreis gegen zwei Abwehrspieler durch und verwandelte die letzte Chance des Spiels zum 25:24-Auswärtserfolg der Tauberstädter.

Acht Siege in Folge, so lautet die aktuelle Erfolgsbilanz der Szücs-Schützlinge, oder auch 22 Siege, ein Unentschieden und lediglich 2 Niederlagen aus 25 Spielen, so die bisherige Saisonbilanz. Dass das Saisonfinale am nächsten Sonntag (16 Uhr, Mehrzweckhalle) gegen die drittplatzierte SG Regensburg dennoch nicht zum reinen Schaulaufen werden wird, dafür sorgten die Ergebnisse vom Wochenende. Die SG Regensburg gewann ihr Heimspiel gegen den TV Münchberg, während die TG Heidingsfeld überraschend in Ingolstadt verlor. Dadurch kann Regensburg am letzten Spieltag bei einem eigenen Sieg in Rothenburg und einer Niederlage der Heidingsfelder in Helmbrechts doch noch den Relegationsplatz erreichen. Die Rothenburger werden also die Spannung hoch halten müssen, um auch im letzten Heimspiel, vor der offiziellen Meisterfeier, erfolgreich zu sein und sich mit einem Sieg von ihren Fans in die Sommerpause zu verabschieden.

Rothenburg: Amann, Hörner (Tor); Schemm (6), Wurst (2/1), Kulas (2), Kister (3), Gluhak, Ehrlinger (1), Schmidt, Wittmann (1), Skaramuca, Jasarevic (7/1), Krauter (3), Pfaffelhuber

Roßtal:Blaßneck (Tor); Franke (2), Schmidt (3), Schuh (6), Brandscher, Hofer (4), Cisse, Urban (2), Wolf, Hirschsteiner, Bühler, Nepf (4), Mathias (2), Gruber (1)

Spielverlauf: 0:2, 2:5, 5:5, 7:10, 11:11, 11:13 (HZ); 11:14, 13:15, 14:18, 17:20, 20:23, 24:24, 24:25

Siebenmeter: Rothenburg 9 (Jasarevic trifft 1, verwirft 2; Wurst trifft 1, verwirft 1; Kulas, Kister, Skaramuca und Pfaffelhuber verwerfen je 1)nRoßtal 0

Zeitstrafen: Rothenburg 7 (Wurst 2, Gluhak, Schmidt, Wittmann, Jasarevic und Trainer Szücs je 1) Roßtal 2 (Franke und Mathias je 1)

Schiedsrichter: Matthias Pernet und Sven Werner (Röthenbach / Regensburg)

Zuschauer: 200 (geschätzt)