TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

TSV 2000 - Heidingsfeld

Die Bullen geritten

Mit 34:29 (18:15) gewannen die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ungefährdet bei der TG Heidingsfeld, den selbsternannten „Hätzfelder Bullen“. Die Tauberstädter konnten damit auch das dritte Topspiel der Saison für sich entscheiden und bleiben weiter an der Tabellenspitze der Landesliga Nord.

Sportarten bei denen Bullen eine Rolle spielen, sind in der Regel eine gefährliche Sache - sowohl beim in den USA beliebten Bullenreiten oder Rodeo, als auch beim spanischen Stierkampf geht häufig der Bulle als Sieger aus der Arena – mit oftmals gesundheitsgefährdendem Ausgang für Stierkämpfer oder Bullenreiter. Der Tabellenführer aus Rothenburg absolvierte den Ritt auf dem Bullen aber mit Bravour und zeigte dabei dem Aufsteiger die Grenzen auf. Von Anfang an waren die Gäste von der Tauber auch ohne Andreas Kister (verletzt), Andreas Kulas (Prüfungen) und Toni Hörner (Urlaub) Herr der Lage im Heidingsfelder Sportzentrum. Nedim Jasarevic per Siebenmeter und Phillip Schemm eröffneten den Torreigen, Farkas und Gahlbeck konnten für die Hausherren wieder ausgleichen (4. Minute). Dies war dann aber der letztmalige Ausgleich, für die restliche Spielzeit sollten die Tauberstädter in Führung liegen. Zunächst schossen Jasarevic, Schemm und Christof Wittmann (2) die erste Vier-Tore-Führung heraus (6:2, 9.), zehn Minuten später war es erneut Wittmann, der mit sechs Treffern bester Rothenburger Torschütze des ersten Durchgangs war, der den Zwischenstand von 12:7 erzielte. Bis zur Pause genehmigten sich die Gäste dann einen kurzen Durchhänger, von dem insbesondere der HeidingsfelderViktor Bodo mit sechs Treffern profitierte. So kam es dass beim Stand von 18:15 für Rothenburg die Seiten gewechselt wurden.

Direkt nach der Pause war es dann Ivan Skaramuca, der mit zwei schnellen Toren die Führung der Gäste wieder auf fünf Tore ausbaute (20:15, 32.). Skaramuca, der sich in der ersten Hälfte noch vornehm zurückhielt übernahm in Hälfte zwei die Rolle als Torschütze vom Dienst der Rothenburger. Neun blitzsaubere Tore (vier Siebenmeter) gelangen dem Rückraumspieler der Gäste nach dem Pausentee. Wie schon in den vergangenen Spielen war auch im Heidingsfelder Bullenring die Messe früh zu Gunsten der Tauberstädter gelesen. Das 29:20, in der 47. Minute von Skaramuca erzielt, hatte vorentscheidenden Charakter. Dass die Gastgeber das Ergebnis bis zum Schlusspfiff noch erträglicher gestalten konnten, lag zum Einen an der Treffsicherheit von Bodo und zum Anderen an einigen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns, die die Partie 50 Minuten lang ausgezeichnet leiteten, in der Schlussphase aber auch einige Male zum Nachteil der Gäste danebenlagen. So sprachen sie unter anderem sehr zur Verwunderung aller Anwesenden eine Zweiminutenstrafe gegen den erneut prächtig haltenden Rothenburger Torhüter Andreas Amann aus, der bei einem Tempogegenstoß mit Viktor Bodo zusammengeprallt war. So kam auch Sebastian Baumann zu seinem ersten Einsatz im Rothenburger Landesligateam und der Keeper der Rothenburger ZWEITEN machte seine Sache mit einigen gehaltenen Bällen sehr gut. Den Schlusspunkt der Partie setzte Patrick Wurst, der, bildlich gesprochen, mit dem Treffer zum 34:29 die Bullen endgültig am Nasenring aus der Arena führte.

Mit dem Sieg beim Tabellendritten konnten die Tauberstädter ihre Tabellenführung weiter ausbauen. Wenn es an der Leistung der Szücs-Schützlinge etwas zu bemängeln gibt, dann dass man sich in der Abwehr zu keiner Zeit auf den Heidingsfelder Topscorer Viktor Bodo einstellen konnte. Aber das wäre angesichts des Spielverlaufs und der Tabellensituation Jammern auf sehr hohem Niveau. Glück im Unglück hatte Hannes Kölle, der nach einem Schlag des Heidingsfelder Michal Panfil mit Verdacht auf Handelenksbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, dessen Verletzung sich aber nach ersten Untersuchungen „nur“ als starke Prellung herausstellte. Die Rothenburger haben nun zwei spielfreie Wochenenden Zeit, ihre diversen Verletzungen zu kurieren, bevor es mit dem Heimspiel gegen den MTV Ingolstadt weitergeht.

Rothenburg: Amann (1.-55.), Baumann (55.-60.), (Tor); Schemm (7), Wurst (3),Gluhak, Kölle, Ehrlinger (1), Schmidt, Wittmann (7), Skaramuca (9/4), Striffler, Jasarevic (5/2), Krauter (2)

Heidingsfeld:Sincich, Gluhak (Tor); Panfil (7), Bodo (12), H. Nass (1), Grammel, Gahlbeck (4), Orf (1), Wirth (3), J. Nass, Farkas (1), Mihalj

Spielverlauf: 0:2, 2:2, 2:6, 5:9, 7:12, 10:15, 15:18 (HZ); 16:21, 19:26, 20:29, 22:31, 25:32, 29:34

Siebenmeter: Rothenburg 8 (Skaramuca trifft 4, verwirft 1; Jasarevic trifft 2, verwirft 1)

Heidingsfeld 1 (Bodo verwirft)

Zeitstrafen: Rothenburg 4 (Wurst 2, Striffler und Amann je 1)

Heidingsfeld 5 (Panfil 2, Bodo, Orf und J. Nass je 1)

Schiedsrichter: Yannick Berghammer und Stefan Kalina (HaSpo Bayreuth)

Zuschauer:ca. 150, darunter 50 Rothenburger