TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

TSV 2000 - HG Ansbach

Glanzloser Pflichtsieg

Einen glanzlosen Pflichtsieg des Favoriten sahen die 400 Zuschauer des Derbys in der Handball-Landesliga zwischen dem TSV 2000 Rothenburg und der HG Ansbach. Beim 26:22 (11:11) genügte den Hausherren ihre wohl schwächste Saisonleistung, um mit einem weiteren Sieg ihre Erfolgsserie auszubauen.

Die Hoffnungen der vielen Zuschauer auf ein interessantes Derby konnten beide Mannschaften nicht erfüllen. Die Gäste spielten mit reduziertem Kader im Rahmen ihrer Möglichkeiten und für die Hausherren sind Spiele ohne Druck wohl nichts. Von Beginn an wirkten die in Bestbesetzung angetretenen Tauberstädter gehemmt und schläfrig. Kampfgeist, Tempo, Abwehrleistung und Kombinationsspiel, Tugenden, die die Szücs-Truppe zur vorzeitigen Meisterschaft geführt haben, fanden nicht statt. So kam es, dass Ansbach durch Michael Liebich und Christoph Heldauer schnell mit 2:0 in Führung gehen konnte. Rothenburg glich zwar beim 3:3 durch Phillip Schemm wieder aus, kurz darauf betrug der Vorsprung der Rezatstädteraber sogar drei Tore (4:7, 17. Minute). Auch die Auszeit, zu der sich der Rothenburger Trainer Csaba Szücs gezwungen sah, änderte zunächst wenig am Spiel seiner Schützlinge. In der Abwehr ließ man die Gäste nahezu unbehindert zum Abschluss kommen und im Angriff wurde überhastet abgeschlossen. Luca Sand im Ansbacher Tor konnte sich so mehrfach auszeichnen. Erst in der 27. Spielminute konnte Andreas Kister mit dem Tor zum 9:9 für die Tauberstädter den erneuten Ausgleich herstellen. Bis zum Pausenpfiff waren beide Mannschaften noch jeweils zwei Mal erfolgreich, so dass beim Stand von 11:11 zu Seiten gewechselt wurden.

Nach der Pause hatte es dann zunächst den Anschein, als hätten die Hausherren in der Kabine die lange vermissten Eigenschaften einen erfolgreichen Spielausgang gefunden. Innerhalb von fünf Spielminuten kamen Sie zur ersten Dreitore-Führung und im Lager der Rothenburger Anhänger machte sich die Hoffnung breit, dass es nun doch zum erwarteten, hohen Sieg des Bayernligaaufsteigers gegen das schon lange abgestiegene Schlusslicht kommt. Die Szücs-Truppe verfiel aber umgehend wieder in das Muster der ersten Hälfte und gestattete den Gästen zunächst den Rückstand wieder auszugleichen (16:16, Maximilian Heumann, 42. Minute) und dann sogar mit 17:16 in Führung zu gehen (Heldauer, 45.). In den nun folgenden sieben Spielminuten bot sich den Zuschauern immer das gleiche Bild, Ansbach legte vor und Rothenburg glich aus. Spielentscheidend war dann die Phase zwischen der 53. und der 57. Spielminute, in der die Hausherren mit vier Toren in Folge auf 24:20 davonziehen konnten. Damit war die Messe gelesen, die restlichen Tore beider Mannschaften waren nur noch Ergebniskosmetik und das Derby endete mit einem 26:22-Heimsieg der Tauberstädter.

In der langen Reihe der Derbys wird man sich auf Rothenburger Seite an dieses Spiel sicher nicht sonderlich lange erinnern. Im Lager der Ansbacher vielleicht schon eher, da man den haushohen Favoriten lange ärgern konnte. In der nächsten Saison trennen beide Mannschaften wieder zwei Spielklassen, so dass es auf längere Sicht das letzte Pflichtspielderby gewesen sein wird. Am kommenden Samstag treten die Rothenburger beim stark abstiegsgefährdeten TV Roßtal an. Um die dritte Saisonniederlage zu vermeiden, wird dort eine erhebliche Leistungssteigerung vonnöten sein.

Rothenburg: Amann (1.-30.), Hörner (31.-60.) (Tor); Schemm (2), Wurst (2), Kulas, Kister (3), Gluhak, Ehrlinger (2), Schmidt, Wittmann (1), Skaramuca (10/5), Striffler, Jasarevic (4), Krauter (2)

Ansbach: Sand, Rößl, (Tor); Lebkuchen (1/1), Heumann (4/1), S. Landsgesell (2), Schober (3), J. Landsgesell (1), P. Braun, Liebich (3), A. Braun (1), Heldauer (6), Schülein (1)

Spielverlauf: 0:2, 3:3, 4:7, 6:8, 9:9, 11:11 (HZ); 15:12, 16:14, 16:17, 18:18, 20:20, 24:20, 26:22

Siebenmeter: Rothenburg 6 (Skaramuca trifft 5, verwirft 1)

Ansbach 3 (Lebkuchen trifft 1, verwirft 1; Heumann trifft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 2 (Wurst und Kulas je 1)

Ansbach 4 (Heldauer 2, Schober und Schülein je 1)

Schiedsrichter: Martin Göckel und Kerstin Wölfel (Wendelstein / Röthenbach)

Zuschauer: 400