TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

TSV 2000 - Münchberg

Amann rettet zwei Punkte

Bereits zu Bayernligazeiten zählte Andreas Amann zu den stärksten Torhütern der Liga und auch in dieser Saison können sich die Rothenburger auf konstant starke Leistungen ihres Keepers verlassen. Den 24:23- (14:14) Heimsieg gegen den TV Münchberg darf sich der 26-jährige aber ganz alleine auf seine Fahne schreiben.

Beide Mannschaften gingen verletzungs- und krankheitsbedingt dezimiert in die Partie, bei den Gastgebern fehlten mit Andreas Kister und Maxi Schmidt zwei wichtige Rückraumspieler. Da Florian Striffler und Hannes Kölle ebenfalls nicht zur Verfügung standen und Tim Ehrlinger, Patrick Wurst und Christof Wittmann erkältungsgeplagt unter der Woche nur eingeschränkt trainieren konnten, fehlten dem Rothenburger Trainer Csaba Szücs jede Menge Wechselmöglichkeiten. Schon zu Beginn der Partie wirkte sich die Personalmisere aus. Nachdem die Gastgeber die anfängliche Gästeführung ausgleichen konnten (2:2, Patrick Wurst, 5. Minute) und dann mit drei Toren in Folge (2x Wittman, 1 x Schemm) mit 5:2 in Führung gehen konnten, glaubte so mancher der 250 Zuschauer in der Rothenburger Bleiche-Halle an einen weiteren deutlichen Heimsieg gegen einen Gegner aus den unteren Tabellenregionen. Die Szücs-Schützlinge schafften es dieses Mal aber nicht, die Führung zu halten oder gar auszubauen. Nachlässigkeiten in Angriff und eine Deckung, die mehrmals viel zu passiv agierte, führten dazu, dass die Gäste aus Oberfranken beim 7:7 wieder ausgeglichen hatten (Stefan Müller, 14. Minute). Im weiteren Verlauf konnten sich die Tauberstädter erneut eine Zweitore-Führung erarbeiten (13:11, 26. Minute), der Münchberger Linksaußen Stefan Baumgärtel glich diese aber mit zwei Toren umgehend wieder aus (29.). Bis zur Pause trafen dann noch Tim Ehrlinger für die Hausherren und erneut Baumgärtel für die Gäste, so dass beim Stand von 14:14 die Seiten gewechselt wurden.

In der Pause musste Csaba Szücs dann wohl die richtigen Worte gefunden haben, seine Jungs legten in Durchgang zwei zunächst los wie die Feuerwehr und gingen mit vier Toren am Stück (je 2x Ehrlinger und Skaramuca) mit 18:14 in Führung. Die Abwehr stand nun sicherer und im Angriff wurden die Chancen konsequent herausgespielt. Bis zur 42. Minute konnten die Gastgeber ihre Führung immer bei zwei bis drei Toren halten, dann kamen die niemals aufsteckenden Gäste wieder heran. Die Tauberstädter nahmen sich plötzlich wieder viel zu überhastet und unvorbereitet Torwürfe aus schlechten Positionen und auch der Abwehrverband offenbarte erneut einige ungewohnte Lücken. Dies führte dazu, dass der Vorsprung dahinschmolz die Münchberger in der 48. Spielminute durch Lukas Kral zum 21:21 ausgleichen konnten. Nun begann, zum Leidwesen der Gäste, die große Zeit von Andreas Amann. Der Rothenburger Keeper zeigte, dass er nicht nur bei komfortablen Führungen Großes leisten kann, sondern dass er auch wenn es knapp ist ein nervenstarker Rückhalt seines Teams ist. Zwei Schlüsselszenen mit Amann als Hauptdarsteller brachten die Hausherren auf die Siegerstraße. Zunächst verhinderte er mit einem gehaltenen Siebenmeter-Strafwurf gegen Christoph Bär den Gästeausgleich zum 22:22. Ivan Skaramuca erhöhte im nächsten Angriff auf 23:21 (55.) und im Gegenzug scheiterte der völlig frei durchgebrochene Münchberger Lukas Kral am überragenden Amann. Kral war kurz darauf zwar per Siebenmeter zu 23:22 erfolgreich, in der 59. Minute machte Thomas Krauter dann aber mit dem 24:22 den berühmten Deckel drauf. Der 24:23-Anschlusstreffer durch Stefan Müller war dann nur noch Ergebniskosmetik der Gäste. Die Hausherren spielten die letzte Minute sicher aus und bauten damit ihre Erfolgsserie auf zehn Siege in Folge aus.

Man merkte beiden Mannschaften das Fehlen vieler Stammkräfte an und die Tauberstädter hätten sich nicht beklagen dürfen, wenn unter dem Strich statt des Sieges nur ein Unentschieden oder sogar die zweite Saisonniederlage gestanden hätte. Letztendlich war der Heimsieg glücklich, Andreas Amann hatte aber wohl etwas dagegen, die erste Saisonheimniederlage zu kassieren. Die Rothenburger müssen nun zwei Mal auswärts antreten (in Cham und in Auerbach). Diese beiden Spiele werden richtungsweisend für den restlichen Saisonverlauf sein. Bei zwei Erfolgen blieben die Tauberstädter mit Abstand an der Tabellenspitze, bei zwei Niederlagen hat die TG Heidingsfeld die Chance, die Tabellenführung zu übernehmen.

Rothenburg: Amann (1.-60.), Hörner (n.e.) (Tor); Schemm (5), Wurst (3), Kulas (1), Gluhak, Ehrlinger (3), Wittmann (2), Skaramuca (6), Jasarevic (2), Krauter (2),

Münchberg: Hurt, Uzun (Tor); Kosmehl, Kalas (3), Baumgärtel (3), Krauß (2), Kral (4/1), Bär (5), Lad (2), Müller (4)

Spielverlauf: 0:1, 2:2, 5:2, 7:7, 8:9, 10:11, 13:11, 14:14 (HZ); 18:14, 19:16, 20:17, 21:21, 23:21, 24:23

Siebenmeter: Rothenburg 1 (Skaramuca verwirft)

Münchberg 3 (Kral trifft, Kalas und Bär scheitern an Amann)

Zeitstrafen: Rothenburg 2 (Wurst und Ehrlinger je 1)

Münchberg 1 (Baumgärtel)

Schiedsrichter: Martin Göckel und Kerstin Wölfel (Wendelstein/Röthenbach)

Zuschauer: 250