TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

TSV 2000 - TG Heidingsfeld

Die Bullen erneut im Zaum gehalten

Mit 23:21 (11:7) gewann die ERSTE am Samstagabend das Landesligatopspiel gegen den Verfolger TG Heidingsfeld. Wie schon im Hinspiel, als sich die „Hätzfelder Bullen“, wie sich der Aufsteiger aus dem Würzburger Vorort selbst nennt, eher wie zahme Lämmer präsentierten, schafften es Csaba’s Jungs den Gegner im Zaum zu halten und einen großen Schritt in Richtung Wiederaufstieg in die Bayernliga zu machen.

Mehr als 550 Zuschauer bevölkerten die Rothenburger Bleichehalle und bildeten für das Spitzenspiel einen absolut angemessenen Rahmen. Und was beide Mannschaften Ihren Anhängern in den sechzig Spielminuten präsentierten hatte die Bezeichnung Spitzenspiel absolut verdient. Schon die Anfangsphase ließ darauf schließen, dass beide Mannschaften die Partie hoch motiviert und emotionsgeladen bestreiten wollten. Folgerichtig fielen die ersten beiden Tore auch per Siebenmeter-Strafwurf, Ivan Skaramuca eröffnete mit dem 1:0 für seine Farben den Torreigen und Gabor Farkas glich für die Gäste aus. Bis zum 4:4, das der Heidingsfelder Michal Panfil erzielte, konnte sich keine Mannschaft absetzen. Beide Abwehrreihen präsentierten sich aufmerksam und dahinter standen mit dem Heidingsfelder Federico Sincich und Andreas Amann auf Rothenburger Seite zwei absolute Meister ihres Fachs. Mitte der ersten Halbzeit schafften die Hausherren dann einen Zwischenspurt mit drei Toren am Stück, die Phillip Schemm und Nedim Jasarevic (2) erzielten was zur 7:4-Führung führte. Heidingsfeld konnte den Rückstand im Anschluss zwar wieder auf ein Tor verkürzen (8:7, 25. Minute), bis zur Pause schaffte die ERSTE dann durch Tim Ehrlinger und Phillip Schemm (2) wiederum drei Tore in Serie zum 11:7-Pausenstand.

Die Gäste fanden nach der Pause dann deutlich besser ins Spiel. Tor um Tor konnten Sie den Rückstand verkürzen und in der 46. Minute erzielte Kreisläufer Hendrik Nass den Ausgleichstreffer zum 15:15. Was schon in Durchgang eins zwei Mal funktionierte, schaffte die ERSTE dann direkt im Anschluss erneut: Drei Tore in Folge ohne einen Treffer der Gäste. Zur 18:15-Führung waren Ivan Skaramuca, Andreas Kister und Florian Striffler erfolgreich. Andreas Amann entwickelte sich in dieser Phase zum fast unüberwindlichen Hindernis für die Gäste, fast alles was auf sein Tor kam konnte Andi parieren und er bestätigte mal wieder seinen Ruf als bester Torhüter der Landesliga. Bei zwei sicher verwandelten Strafwürfen von Gabor Farkas und einem Konter von Viktor Bodo war dann aber auch er chancenlos, wodurch Heidingsfeld zum 18:18 ausgleichen konnte. Die ERSTE ging durch Thomas Krauter mit 19:18 in Führung, Farkas glich für Heidingsfeld wieder aus und Phillip Schemm traf dann zum 20:19.Nun brachen die höchstdramatischen letzten fünf Spielminuten der Partie an, in denen Teufelskerl Andi Amann endgültig zum Matchwinner wurde. Zuerst parierte er einen Siebenmeter gegen Farkas, der vorher vier Mal sicher verwandeln konnte, und im Gegenzug erzielte Ivan Skaramuca den Treffer zum 21:19. Im nächsten Angriff entschieden die sehr guten A-Kader-Schiedsrichter Frank Sand und Michael Schaarschmidt (TV Lauingen / TV Gundelfingen) wiederum auf Siebenmeter für Heidingsfeld zu dem nun Viktor Bodo als Schütze antrat. Aber auch dessen Versuch parierte Andi Amann reaktionsschnell und Nedim Jasarevic konnte im Gegenzug das vorentscheidende 22:19 erzielen. Michal Panfil traf dann zum 22:20 und als Andreas Kister zum 23:20 einnetzte war die Messe endgültig gelesen. Der letzte Treffer der Partie, erzielt vom Heidingsfelder Ole Dietzmann zum 23:21, war dann nur noch Ergebniskosmetik und als kurz darauf die Schlusssirene ertönte gab es für die ERSTE und die Mehrheit der Zuschauer kein Halten mehr.

Eine Konstante zieht sich schon durch die gesamte Saison der ERSTEN: Das Team tritt Woche für Woche als geschlossene Mannschaft auf, in der der Teamgeist letztlich den Ausschlag für die erreichten Erfolge gibt. Die ERSTE hat sich mit dem Sieg gegen Heidingsfeld in eine hervorragende Ausgangsposition für die letzten sechs Saisonspiele gebracht. Der Vorsprung beträgt nun vier Punkte und zusätzlich wurden beide Spiele gewonnen wodurch der bei Punktgleichheit heranzuziehende direkte Vergleich ebenfalls für die ERSTE spricht. Der Traum vom Wiederaufstieg in die Bayernliga darf also weitergeträumt werden.

Rothenburg: Amann, Hörner (Tor); Schemm (5), Wurst, Kulas, Kister (4/1), Gluhak, Ehrlinger (1), Skaramuca (7/2), Wittmann, Striffler (1), Jasarevic (3/1), Krauter (2)

Heidingsfeld:Sincich, Gluhak (Tor); Panfil (6), Dietzmann (6), Bodo (2), H. Nass (2), Grammel, Sampers, Dennis Orf, Dominik Orf, Wirth, J. Nass, Farkas (5/4)

Spielverlauf: 1:0, 2:2, 4:4, 7:4, 8:7, 11:7 (HZ); 12:9, 14:11, 15:15, 18:15, 18:18, 22:19, 23:21

Siebenmeter: Rothenburg 8 (Skaramuca trifft und verwirft je 2; Kister und Jasarevic treffen und verwerfen je 1) Heidingsfeld 6 ( Farkas trifft 4, verwirft 1; Bodo verwirft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 5 (Wurst, Gluhak, Ehrlinger, Striffler und Jasarevic je 1) Heidingsfeld 6 (Dennis Orf 3, Panfil, Dietzmann und H. Nass je 1)

Schiedsrichter: Frank Sand und Michael Schaarschmidt (TV Lauingen / TV Gundelfingen)

Zuschauer: 550