TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

TSV 2000 - Anzing

In der Liga angekommen

Mit dem 29:24 (12:10) Heimsieg gegen den SV Anzing haben die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Punktekonto ausgeglichen und bewiesen, dass sie nun endgültig im bayerischen Handballoberhaus angekommen sind. Gegen robuste Oberbayern hielten die Tauberstädter auch in engen Phasen dagegen und kamen letztlich verdient zum zweiten Heimsieg in Folge.

Als zwei Minuten vor Spielende Nikola Stojanov zum vorentscheidenden 28:24 traf, war die Stimmung in der Rothenburger Mehrzweckhalle schier am überkochen. „Steht auf, wenn Ihr Rothenburger seid“ schallte es aus dem Fanblock, den wieder einmal die Fußballer des TSV gebildet hatten, die Mehrzahl der knapp 400 Zuschauer folgte der Aufforderung und trug ihre Mannschaft förmlich bis zum Schlusspfiff. Zuvor hatten sich die Hausherren nicht von der teilweise überharten Abwehrarbeit der Gäste, die von den sehr guten Schiedsrichtern konsequent bestraft wurde, aus dem Konzept bringen lassen und einigen nach Schwächen in der Anfangsphase ein gutes Bayernligaspiel gezeigt. Erneut ohne die Langzeitverletzten Ivan Skaramuca und Patrick Wurst angetreten, ließen sich die Tauberstädter zum Spielbeginn von der aggressiven und offensiven Abwehrformation der Anzinger verunsichern. Einige Abspiele landeten direkt in den Händen der Gäste, die dadurch zu schnellen Kontertoren kamen und mit 1:4 in Führung gingen (9. Spielminute). Nun schienen sich die Rothenburger auf die Worte ihres Trainers Csaba Szücs zu besinnen, der genau dies vor dem Spiel angesprochen hatte, plötzlich zeigten sie sich im Angriff viel beweglicher und ballsicherer und kamen durch Tore von Tim Ehrlinger und Phillip Schemm (je 2) fünf Minuten später zum 5:5-Ausgleich. Weitere acht Minuten später leuchtete sogar eine Dreitore-Führung der Hausherren von der Anzeigetafel, 9:6 hieß es nach Treffern von Nedim Jasarevic (3) und erneut Phillip Schemm bei einem Gegentreffer der Gäste (22.). Noch war aber der Widerstand der Mannschaft aus dem Münchener Umland nicht gebrochen. In den Folgeminuten, in denen sich wieder einige Fehler ins Spiel der Tauberstädter einschlichen, konnten sie durch drei Treffer in Folge zum 9:9 ausgleichen. Hier zeigte sich aber die mittlerweile stabile Psyche der Szücs-Schützlinge, die sich nicht aus der Ruhe bringen ließen und bis zur Pause wieder mit zwei Toren in Führung gehen konnten. Torschützen waren der vom Siebenmeterpunkt sehr treffsichere Nedim Jasarevic mit zwei Toren sowie Rechtsaußen Thomas Krauter, so dass beim Stand von 12:10 die Seiten gewechselt wurden.

Nach der Pause blieben die Tauberstädter dann zunächst immer in Führung, was auch wieder einmal am überragenden Torhüter Andreas Amann lag. Wie schon in Durchgang eins vereitelte er reihenweise gute Torchancen der Anzinger und hielt die Gäste damit auf Abstand. So betrug der Vorsprung in der 44. Minute, in der Jasmin Durakovic das 20:17 erzielen konnte, drei Tore, eine Vorentscheidung sollte dies aber noch nicht sein. Drei Minuten später hatten die Gäste nämlich wieder auf 20:20 ausgeglichen. Aber wie schon in der ersten Spielhälfte schüttelten sich die Tauberstädter nur kurz, blieben ihrer konzentrierten Spielweise treu und erzielten durch zwei schnelle Tore von Phillip Schemm die Führung zum 22:20. Beim 22:21 durch Florim Hoxha und dem 23:22 durch Jonathan Limbrunner konnten die Anzinger noch einmal auf ein Tor Rückstand verkürzen, der Ausgleich wollte ihnen aber nicht mehr gelingen. Im Gegenteil, durch vier Tore am Stück, erzielt von Maxi Schmidt, Nedim Jasarevic, Tim Ehrlinger und Phillip Schemm, gingen die Rothenburger mit 27:22 in Führung. In dieser Phase hatten die Gäste sogar noch Glück, dass ihr bester Torschütze, Nikolaus Hawranek, nach einem Foul an Phillip Schemm, von den beiden Unparteiischen nur mit einer Zweiminutenstrafe bedacht wurde. In vollem Lauf attackierte er, ohne Aussicht an den Ball zu kommen, den alleine aufs Gästetor zulaufenden Schemm von hinten und hätte sich über eine rote Karte nicht beschweren können. Diese sah dann der Anzinger Florim Hoxha, der kurz vor Spielende Andreas Kister im Gesicht erwischte und daher vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Auch Hoxhas Kollegen übertrieben in den Schlussminuten die Härte, so dass die Schiedsrichter völlig berechtig allein in den letzten drei Spielminuten drei Zeitstrafen und die rote Karte gegen Hoxha gegen die Gäste verhängten. Derart dezimiert brachten sich die Anzinger selbst um die Möglichkeit, die Partie vielleicht doch noch drehen zu können und Jasmin Durakovic erzielte den viel umjubelten Endstand von 29:24 für Rothenburg.

In einer Partie, die ihnen körperlich alles abverlangte, setzen sich die Tauberstädter verdient gegen einen Gegner durch, der sein Heil in einer harten Abwehrgangart suchte. Auch dies hat der Aufsteiger in den letzten Jahren in der Landesliga so nicht erlebt, hat sich aber mit Bravour dagegengestemmt und den verdienten Lohn eingefahren. „Anzing hat so gespielt, wie ich es vom Videostudium der letzten Spiele erwartet habe und meine Jungs haben super gegengehalten. Ich bin sehr froh, dass wir uns durchgesetzt haben und ohne größere Verletzungen in die nächsten Spiele gehen können“ zeigte sich der Rothenburger Trainer Csaba Szücs nach Spielende zufrieden mit der Leistung seiner Mannen. Am kommenden Wochenende fahren die Tauberstädter zum Auswärtsspiel beim TSV Unterhaching. Mit den beiden Heimsiegen im Rücken, dürfte die Brust etwas breiter geworden sein.

Rothenburg: Amann (1.-60.), Hörner (bei einem Siebenmeter) (Tor); Schemm (8), Kulas, Kister (1), Gluhak (n.e.), Ehrlinger (3), Schmidt (1), Wittmann, Striffler, Jasarevic (9/7), Stojanov (3), Krauter (1), Durakovic (3)

Anzing: Fiedler, Scharder (Tor); J. Limbrunner (4), Erber (1), Hoxha (4/3), Batzer (4/1), Müller, Haberthaler (2), Hawranek (5), Huber, M. Limbrunner (4), Mayer

Spielverlauf: 0:3, 1:4, 5:5, 9:6, 9:9, 12:10 (HZ); 16:13, 19:16, 20:20, 27:22, 27:24, 29:24

Siebenmeter: Rothenburg 7 (Jasarevic trifft alle)

Anzing 5 (Hoxha trifft 3, verwirft 1; Batzer trifft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 5 (Durakovic 2, Striffler, Jasarevic und Krauter je 1)

Anzing 9 (J. Limbrunner und Haberthaler je 2, Hoxha 2 und Disqualifikation, Müller,

Hawranek und M. Limbrunner je 1)

Schiedsrichter: Markus Spegele und Daniel Weineck (SC Unterpfaffenhofen/Germering)

Zuschauer: 390