TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

TSV 2000 - Günzburg

Unnötige Niederlage

Mit einer unnötigen 29:26- (16:14) Niederlage im Gepäck kehrten die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg von ihrer Auswärtsaufgabe in Günzburg zurück. Günzburg bot zwar eine engagierte Leistung, war aber keinesfalls unverwundbar. Doch statt, aus der hohen Zahl von Fehlern der Gastgeber Kapital zu schlagen, genehmigten sich die Tauberstädter eine noch höhere Fehlerquote und mussten die dritte Niederlage in Folge einstecken.

„Handballzielwasser“ prangt von den Flaschen, des in Günzburg ausgeschenkten Bieres, eine heimische Brauerei unterstützt damit einige regionale Handballvereine. Im Nachhinein wäre es vielleicht ein Erfolgsrezept gewesen, hätten die Rothenburger schon vor dem Spiel dem Gerstensaft zugesagt. Das was sie über weite Phasen des Spiels beim schwäbischen Traditionsverein boten, wäre vielleicht besser gewesen. Schon in den ersten Minuten waren die Gäste von der Tauber nicht bei der Sache, was den Gastgebern eine 2:0-Führung bescherte. Dann aber schien sich das Blatt für die Szücs-Truppe zum Besseren zu wenden. Zunächst gelang durch Tore von Andreas Kister und Nedim Jasarevic der Ausgleich zum 2:2 (4.Minute), weitere vier Minuten später stand es dann sogar 6:4 für die Gäste. Die Führung gab den Rothenburgern aber keine Sicherheit, wiederum vier Minuten später hatten die Hausherren wieder ausgeglichen (8:8, 12. Minute). Schon jetzt deutete sich an, dass die Abwehr der Tauberstädter im Dunstkreis des Legolandes eher einem unstrukturierten Kindergeburtstag glich, als der Deckungsarbeit eines Bayernligisten. Immer wieder tauchten die Günzburger Angreifer völlig unbehindert vor dem bemitleidenswerten Andreas Amann im Rothenburger Tor auf. Schafften es die Rothenburger dann doch einmal, in Ballbesitz zu kommen, gaben sie ihn aufgrund technischer Fehler und Fehlwürfe zumeist umgehend wieder her. Die Gastgeber agierten zwar auch alles andere als fehlerfrei, machten aber einige Fehler weniger und gingen bis zur Pause mit 16:14 in Führung.

Im zweiten Durchgang erhöhte Günzburg dann zunächst durch Stefan Knittl auf 17:14, Tore von Nedim Jasarevic und Andreas Kister (2) sorgten dann aber wieder für den Ausgleich der Gäste (35.). Den Tauberstädtern gelang es aber nur für wenige Minuten in Schlagdistanz zu bleiben (20:19, 37.), danach luden sie mit einer weiteren Häufung von Fehlwürfen die Hausherren wieder zum Toreschießen ein. Die ließen sich nicht lange bitten und erhöhten ihre Führung erstmals auf vier Tore (23:19, 42.). Hiervon sollten sich die Rothenburger nicht mehr erholen, im Gegenteil, spätestens beim 28:23 in der 58. Minute war die Messe zu Gunsten der Günzburger gelesen, die restlichen Treffer zum 29:26-Endstand hatten dann nur noch statistischen Wert.

Wieder einmal haben die Rothenburger ein Spiel gegen einen schlagbaren Gegner verloren, den sie durch eigene Fehler auf die Siegerstraße gebracht haben. Nach dem ersten Saisondrittel ist zwar noch keine Vorentscheidung gefallen, es ist nun aber an der Zeit, den Abwärtstrend zu stoppen. Erste Gelegenheit dazu besteht am kommenden Samstag, wenn der Mitaufsteiger aus Ismaning seine Visitenkarte an der Tauber abgeben wird.

Rothenburg: Amann (1.-60.), Sand (Tor); Schemm (5), Kulas, Kister (5), Gluhak, Ehrlinger (5), Schmidt, Wittmann, Striffler, Jasarevic (9/4), Stojanov, Krauter, Durakovic

Günzburg: Bieber, Mendle (Tor); Knittl (6/2), Guckler, Jahn, Buck (3), Leix (1), J. Hermann (1), Groß (1), Jensen (4), Lehr (6), N. Hermann (1), Scholz (6)

Spielverlauf: 2:0, 4:6, 5:8, 8:8, 12:11, 15:13, 16:14 (HZ); 17:17, 19:19, 23:19, 28:23, 29:26

Siebenmeter: Rothenburg 4 (Jasarevic trifft alle)

Günzburg 2 (Knittl trifft beide)

Zeitstrafen: Rothenburg 2 (Durakovic und Ehrlinger je 1)

Günzburg 1 (J. Hermann) und Disqualifikation gegen Leix

Schiedsrichter: Wolfgang Balzer und Heiko Schreiner (TV Gefrees)

Zuschauer: 350 (geschätzt)