TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

TSV Ismaning - TSV 2000

Die Hölle gerockt

Mit den Worten „Willkommen in der Hölle Süd“ begrüßt der TSV Ismaning seine Gäste in der heimischen Schulsporthalle. Bei ihrem 31:28-Auswärtssieg war die Partie für die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg aber kein Gang durch die Hölle. Lediglich in der ersten Halbzeit lastete der Druck der Tabellensituation sichtbar auf den Tauberstädtern. Nach der Pause sorgten sie dann aber mit einer erheblichen Leistungssteigerung für den immens wichtigen Auswärtserfolg.

Die Ausgangssituation vor der Partie war klar: Beim Tabellenschlusslicht mussten die Schützlinge des Rothenburger Trainers Csaba Szücs trotz der latenten Auswärtsschwäche punkten, um im Abstiegskampf nicht noch mehr an Boden zu verlieren. Dieser Druck lähmte bei denTauberstädtern dann Körper und Geist. Zwar kamen sie gut in die Partie und führten nach 5 Minuten mit 4:1, drei Minuten später hatte der Gastgeber aber schon wieder zum 4:4 ausgeglichen. Die Rothenburger trafen in Durchgang eins im Angriff als auch in der Abwehr zu häufig die falschen Entscheidungen. Zum Glück für die Szücs-Schützlinge klappte bei den Hausherren auch nicht alles und die Gäste konnten bis zur 13. Minute mit 9:6 in Führung gehen. Aber auch diese Führung sollte den Tauberstädtern keine Sicherheit verleihen, im Gegenteil, mit teilweise haarsträubenden Ballverlusten luden sie die Ismaninger zum Toreschießen ein. Daraus resultierten vier Tore der Gastgeber zur eigenen 10:9-Führung (19. Minute). Bis zum Pausenpfiff der guten Schiedsrichter Patrick Müller und Michael Schaarschmidt (Kempten/Gundelfingen) fingen sich die Gäste zwar wieder etwas, es ging aber dennoch mit der 16:14-Führung der Ismaninger in die Kabinen. Dort musste Trainer Szücs die richtigen Worte gefunden haben, nach der Pause präsentierte sich eine völlig veränderte Rothenburger Mannschaft. Plötzlich wurden die Torchancen konsequent genutzt und in Verbindung mit einem nun engagiert agierenden Deckungsverband vernagelte Torhüter Andreas Amann für zehn Minuten seinen Kasten nahezu völlig. Bis zur 40. Spielminute gelang Ismaning nur ein Treffer, für Rothenburg waren im gleichen Zeitraum Nedim Jasarevic (3), Ivan Skaramuca (2), Andreas Kister und Phillip Schemm erfolgreich und es stand 21:17 für die Gäste von der Tauber. Angetrieben von gut 30 mitgereisten Rothenburger Fans, die mit ihren Trommeln Heimspielatmosphäre verbreiteten, ließen sich die Rothemden die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Näher als auf zwei Tore kamen die Gastgeber nicht mehr und als dann Thomas Krauter in den letzten beiden Minuten zunächst zum 27:30 und im nächsten Angriff zum 27:31erfolgreich war, war die Messe endgültig gelesen. Das letzte Tor der Partie zum Endstand von 28:31, 30 Sekunden vor Spielende, hatte dann nur noch kosmetischen Wert. Kurze Zeit später stand der Auswärtserfolg der Tauberstädter fest und die dritte Halbzeit, das Feiern mit den Fans, begann.

Durch diesen, aufgrund der Steigerung in der zweiten Halbzeit, verdienten Erfolg haben sich die Rothenburger alle Möglichkeiten im Abstiegskampf offen gehalten. Auch für die zuletzt durch die unglücklichen Niederlagen angeknackste Psyche der Szücs-Schützlinge dürfte der Sieg Balsam sein und das Selbstbewusstsein für den Saisonendspurt zurückbringen. Zwei der drei noch zu spielenden Partien werden die Tauberstädter zu Hause bestreiten. Wenn dann auch die Heimstärke aus der Hinrunde zurückkehrt, können sie mit zwei Heimsiegen den Klassenerhalt perfekt machen.

Rothenburg: Amann (1.-60.), Sand (Tor); Schemm (3), Wurst (1), Kulas (1), Kister (6), Gluhak, Ehrlinger (2), Schmidt, Wittmann, Skaramuca (8), Jasarevic (6/5), Stojanov (2), Krauter (2)

Ismaning: Zimmermann, Deimel (Tor); Neumann (1), Donaubauer (2), Langer (4), Stoiber (2), Dietrich, Teschner (4), Neubauer (6), Elsinger (6), Lang, Rehnert, Schmalz (1), Mundl (2)

Spielverlauf: 1:0, 1:4, 4:4, 6:9, 10:10, 13:13, 16:14 (HZ); 17:21,19:21, 21:25, 24:28, 27:30, 28:31

Siebenmeter: Rothenburg 7 (Jasarevic trifft 5, Kister und Skaramuca verwerfen je 1)

Ismaning 1 (Mundl scheitert an Amann)

Zeitstrafen: Rothenburg 4 (Schemm, Kulas, Kister, Jasarevic je 1)

Ismaning 6 (Lang 2; Teschner, Neubauer, Elsinger und Mundl je 1)

Schiedsrichter: Patrick Müller und Michael Schaarschmidt (Kempten/Gundelfingen)

Zuschauer: 150