TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

Waldbüttelbrunn - TSV 2000

22 starke Minuten reichen nicht

Mit 33:25 (16:14) verloren die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Auswärtsspiel bei der DJK Waldbüttelbrunn. Für die Tauberstädter ist dies die zehnte Niederlage im elften Auswärtsspiel, dabei sah es anfangs so aus, als sollten sie ihren Auswärtskomplex tatsächlich in Waldbüttelbrunn ablegen können.

22 Minuten waren in der Waldbüttelbrunner Ballsporthalle gespielt und es stand 13:10 für die Gäste von der Tauber. Bis zu diesem Zeitpunkt deutete noch nichts auf die letztlich deutliche Niederlage der Szücs-Schützlinge hin. Im Gegenteil, anders als bei den letzten Auftritten in der Fremde boten die Gäste eine konzentrierte Leistung in Abwehr und Angriff und gestatteten den Gastgebern nur beim 1:0 durch Linksaußen Felix Rother eine Führung. Thomas Krauter glich die Führung der Hausherren aus und Nikola Stojanov und Tim Ehrlinger brachten die Tauberstädter mit 3:1 in Führung (5. Minute). In den Folgeminuten entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der die Gäste zumeist in Führung lagen, sich aber auch von den Ausgleichstreffern zum 4:4 und 6:6 der Unterfranken irritieren ließen. Die Rothenburger boten eine Leistung wie aus einem Guss und bauten ihre Führung bis zur oben genannten 22. Minute sogar auf 13:10 aus. Dann aber kam wie aus heiterem Himmel der absolute Bruch ins Spiel des Aufsteigers. Sechs Minuten gelang trotz bester Einschussmöglichkeiten kein Treffer und da Waldbüttelbrunn im gleichen Zeitraum fünf Tore erzielte, gerieten die Rothenburger erstmals mit zwei Toren in Rückstand (13:15, 29.). Nikola Stojanov konnte zwar auf 14:15 verkürzen, kurz vor Ende der ersten Halbzeit erzielte Markus Kirchner für die Hausherren den Treffer zum Halbzeitstand von 16:14.

Nach der Pause dauerte es dann geschlagene zehn Minuten, bis den Tauberstädtern ein Torerfolg gelang. Durch fünf Tore am Stück ging Waldbüttelbrunn in dieser Phase vorentscheidend mit 21:14 in Führung. Andreas Kister und Phillip Schemm konnten dann zwar auf 21:16 verkürzen, nach dem dritten 5:0-Lauf der Gastgeber betrug deren Führung dann aber sogar zehn Tore (26:16, 45.) und die Messe war endgültig gelesen. Als dann auch noch der an diesem Abend beste Rothenburger, Nikola Stojanov, verletzt ausscheiden musste, schwanden die Erfolgschancen des Aufsteigers noch weiter. In der Schlussviertelstunde, in der als einziger Lichtblick Ivan Skaramuca mit drei Toren ein erfreuliches Comeback geben konnte, gelang den Tauberstädtern dann keine entscheidende Ergebnisverbesserung mehr und so stand beim Endstand von 33:25 wieder einmal eine deutliche Auswärtsniederlage der Rothenburger fest.

Da mit Ottobeuren und Rimpar II zwei direkte Konkurrenten punkten konnten, wird die Lage der Rothenburger immer prekärer. Zwar stehen sie nach wie vor auf Platz elf (durch den besseren direkten Vergleich mit Unterhaching sogar auf Platz 10), die Mannschaften im Tabellenkeller sind aber noch enger zusammen gerückt. Mindestens zwei der noch ausstehenden fünf Spiele müssen die Szücs-Schützlinge noch gewinnen, um die magischen 20 Punkte zu erreichen, die allgemein für den Klassenerhalt als ausreichend erachtet werden. Dass die Rothenburger dabei noch drei Mal zu Hause antreten dürfen, stimmt bei der bisher gezeigten Heimstärke optimistisch, dass dies gelingen kann. Mit der über weite Strecken in Waldbüttelbrunn gezeigten Leistung wird das aber nicht gelingen. Die Rothenburger müssen schnellstmöglich in die Erfolgsspur zurückfinden, wollen sie auch im nächsten Jahr im bayerischen Handballoberhaus spielen. Mit aller Macht muss der sprichwörtliche Bock umgestoßen werden, das sollte allen klar sein.

Rothenburg: Amann (1.-38.), Sand (38.-60.), Tor; Schemm (1), Wurst (2), Skaramuca (3/1), Kister (4), Gluhak, Ehrlinger (1), Schmidt, Wittmann (2), Jasarevic (3), Stojanov (5), Krauter (4)

Waldbüttelbrunn: Sincich, Feuerbacher (Tor); Dutz (4), Stumpf (4), Beißner (1), Rother (2); Feitz (6/1), Tendera (3), Issing (1), Kwiatkowski (4), Kirchner (2), Demel (2), Hansen (1), Grünert (3)

Spielverlauf: 1:0, 1:3, 2:4, 4:4, 6:6; 8:8, 10:13, 15:13, 16:14 (HZ); 21:14, 26:16, 29:19, 30:23, 33:25

Siebenmeter: Rothenburg 2 (Skaramuca trifft 1, Jasarevic verwirft 1)

Waldbüttelbrunn 2 (Feitz trifft 1, Kwiatkowski verwirft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 4 (Wurst, Skaramuca, Schmidt und Jasarevic je 1)

Waldbüttelbrunn 2 (Stumpf und Grünert je 1)

Schiedsrichter: Rainer Böhme und Frank Sand (Waltenhofen / Lauingen)

Zuschauer: 170